Die Sanierung der Grund- und Mittelschule war eins der Themen, mit denen sich die Isener Gemeinderäte auf ihrer letzten Sitzung auseinandersetzen mussten. Architekt Udo Rieger stellte zunächst den derzeitigen Stand des Baufortschritts vor. Fazit: Die Arbeiten im Zentraltrakt und der früheren Hausmeisterwohnung kommen gut voran, auch wenn es bei den Malerarbeiten noch Verzögerungen gibt. Doch während die Baustelle derzeit keinen Anlass zur Klage bietet, treibt ein Blick auf die aktuelle Kostenhochrechnung den Gemeinderäten Sorgenfalten auf die Stirn.
Die letzte Hochrechnung der Gesamtkosten zeigt derzeit einen Maximalwert von 34,5 Millionen Euro an. Das ist gut ein Drittel mehr als im Vergleich zur Kostenschätzung im Jahr 2020, als 25,8 Millionen veranschlagt wurden und gut ein Viertel mehr als 2022, wo bereits 28 Millionen unterm Strich der Schätzung standen. Dass das kein Versagen der Isener Planer ist, zeigt allerdings ein Blick in den Baupreisindex, den Udo Rieger vorlegte. Dieser Index zeigt die allgemeine Preisentwicklung im Bausektor an. Von 2020 auf 2022 betrug die Steigerung 26,5 Prozent, von 2020 auf 2026 sogar 46 Prozent.
Wie Bürgermeisterin Hibler erklärt, führen auch äußere Umstände in den acht Jahren Bauzeit zwischen den Jahren 2020 und 2028 zu teils drastischen Kostensteigerungen. „Das beginnt mit der Corona-Pandemie über den Ukraine-Krieg hin zu darauffolgenden weltweiten Unruhen“, sagt Hibler. Zudem seien kaum noch Angebote abgegeben worden. Diese Entwicklung habe sich auch nach der Erhöhung der Fördersumme, die bereits im Jahr 2022 bereits gewährt wurde, fortgesetzt. Seither sind die Preise weiter gestiegen. „Immerhin werden seit dem letzten Jahr wieder vermehrt Angebote abgegeben, sodass durch den stärkeren Wettbewerb die Preise weniger steigen als bisher“. Am meisten kletterten die Preise bei den technischen Gewerken wie Elektro und Heizung-Lüftung-Sanitär. Diese Arbeiten wurden wegen einer Vorgabe der Vergabestelle bereits zu Anfang komplett vergeben. Da aufgrund der langen Bauzeit Preisgleitklauseln vereinbar wurden, um überhaupt Firmen zu finden, fallen hier nun die Rechnungen höher aus.
An Zuschüssen kommen derzeit 12 Millionen aus Fördertöpfen des Freistaats, eine weitere Aufstockung ist beantragt. Maximal möglich sind weitere 2,4 Millionen Euro, zugesagt sind momentan 850.000 Euro. Dazu addieren sich 400.000 Euro für die Sanierung des Turnhallendachs und voraussichtlich 1,76 Millionen Euro KFW-Förderung vom Bund. Unterm Strich stehen also im besten Fall 16,5 Millionen Euro, von denen acht Millionen Euro bereits ausbezahlt worden.
Wie Bürgermeisterin Irmgard Hibler erklärt, gab es im Januar ein Gespräch mit der Kommunalaufsicht des Landratsamtes „Die Schulbaustelle wird in jedem Fall fertiggestellt“, sagt die Ortschefin. Allerdings soll nun bei den noch nicht geplanten und vergebenen Außenanlagen geprüft werden, wo der Rotstift angesetzt werden könnte, ohne den Schulbetrieb einzuschränken. „Der Pausenhof muss aus unserer Sicht unbedingt hergestellt werden“, sagt Hibler. Dafür will man nun alle Fördermöglichkeiten bis ins Kleinste ausloten. Für die Gemeinde heißt das aber jetzt auch, den Gürtel weiterhin eng zu schnallen und nur das Nötigste an Investitionen in den Haushalt aufzunehmen. Dann sei die Kommunalaufsicht bereit, den Kreditrahmen falls nötig nochmals zu erhöhen. Derzeit werde der Nachtragshaushalt 2026 erstellt. Er wird zeigen, welche Anpassungen erforderlich werden. Die Beteiligten sind der Hoffnung, dass die Endsumme wesentlich geringer ausfällt. Die Kosten für die kommenden Bauabschnitte 5 bis 7 sind aufgrund des Preisindex geschätzt. Da der aktuell eher wieder stagniert, wurde die Berechnung für den schlechtesten Fall angestellt, um den Haushalt abzusichern.





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